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50 Jahre FNSt

Die Zukunft des Kosovo

Junge Politiker aus Serbien und Kosovo im Dialog

Die ersten Veranstaltungen des Kosovodialogs zwischen jungen Politikern aus Serbien und Kosovo starteten im April 2005; zu Beginn in getrennten Gruppen. Die FNSt suchte Schnittmengen zwischen Albanern aus Kosovo, Serben aus Kosovo und Serben aus Serbien.

Nach Diskussionen und Abstimmungen zeigte sich, dass keiner von den sieben bisher vorliegenden Lösungsvorschlägen zum Status des Kosovo von allen Gruppen gleichermaßen favorisiert würde. Überschneidungen gab es aber bereits auf den Plätzen zwei, bzw. drei, wo die Option für eine bedingte Unabhängigkeit des Kosovo unter starkem europäischem Einfluss landete.


von links: Rainer Willert (PL FNSt), Michael Link (MdB), Edita Tahiri (MP)
Die erste gemeinsame Gesprächsrunde mit Michael Link, bei der die bisher getrennten Gruppen zusammen kamen, fand statt im Juni 2005 - in Skopje. Verglichen mit der zuvor in den getrennten Gruppen gezeigten Offenheit und Bereitschaft der Teilnehmer zum Kompromiss gaben sich jetzt die Teilnehmer frostig. Ausgetauscht wurden die jeweiligen offiziellen Standpunkte. Symptomatisch dafür stand die kategorische Forderung der albanischen Seite an die Serben, sich zunächst zu entschuldigen. Deren einhellige Antwort bezog sich auf ihr Alter: wie könnten die anwesenden Serben für Zustände und Taten verantwortlich gemacht werden, an denen sie selbst nicht beteiligt waren.

Erzwungene Entschuldigungen haben per se einen zweifelhaften Wert: in der Regel werden sie nicht geglaubt. Allerdings, so notwendig die Frage der Vergangenheitsbewältigung ist, der Workshop in Skopje versuchte sich auf Zukunftsfragen zu konzentrieren. In der vorbereitenden Zielbeschreibung der Maßnahme war dazu formuliert worden:

  • Teilnehmer kennen relevante Optionen für den zukünftigen Status des Kosovo
  • TN kennen Hintergründe für Präferenzen und Bedenken der Beteiligten
  • TN haben übergreifende Interessen aller Beteiligten definiert
  • TN haben Lösungen für das Kosovoproblem gefunden, die von den verschiedenen Seiten akzeptiert werden können
  • TN sind motiviert, um als zukünftige Multiplikatoren in der Statusfrage zu wirken
  • TN haben Wege gefunden, wie ihre gemeinsamen Lösungsvorschläge stärker in die Öffentlichkeit gebracht werden können


Empfang beim Bürgermeister der Stadt Pristina
Die Teilnehmer dieses Kosovodialogs sind junge Führungskräfte mit unterschiedlichen Funktionen aus den relevanten demokratischen Parteien in Serbien und Kosovo. Ebenso regelmäßig dabei sind Vertreter verschiedener NGOs, und alleine diese Durchmischung bildet einen
Serbische TN im Kosovo-Palament
Wert auf dem Weg zum Aufbau einer gemeinsamen Zukunft. Hinzu kommen Kontakte mit den Institutionen der anderen Seite, im Dezember ein Besuch in der „Assembly“, dem Parlament in Pristina und beim Oberbürgermeister der Stadt. Oder zuletzt in der serbischen „Skupstina“, wo die Gruppe vom Parlamentspräsidenten empfangen werden sollte.Bevor er den Sitzungssaal kam, konnten die Teilnehmer das elektronische Abstimmungssystem mit der Frage erproben:
Abstimmungsresultat
Wollen wir den Termin mit Parlamentspräsident Predrag Marković wahrnehmen? 19 Ja, 4 Nein, 3 Enthaltungen, 1 Stimme ungültig wurde dem Präsidenten gemeldet. Er kam.

Atmosphärisches ist wichtig: Fotos mit Albanern oder Serben am Sprecherpult im Parlament der Anderen oder vor deren Denkmälern; Restaurants, die sich auf die seltenen Gäste freuen und besondere Mühe walten lassen; lange gemeinsame Nächte außerhalb des Programms; überaus freundlicher, geradezu übertriebener Polizeischutz, der zeigen soll, wie wertvoll einem die Besucher sind … .

Nachhaltig werden solche Begegnungen, wenn das offizielle Programm eventuelle Gemeinsamkeiten fördert und vertieft. Um das zu erreichen, wurde in den nächsten Sitzungen, die im Dezember in Pristina und im Februar Belgrad stattfanden, auf die Wiener Verhandlungen rekurriert. Die Teilnehmer konnten sich nun aus erster Hand über die Vorbereitungen und dann die ersten Ergebnisse der Verhandlungen unterrichten. Zugleich ging es darum, eigene – gemeinsame – Lösungsvorschläge für Sachfragen zu entwickeln, z.B. als in drei Arbeitsgruppen, Vorschläge erarbeitet wurden, wie das Bildungssystem und die Gesundheitsversorgung im Kosovo aussehen könnten und wie die serbischen Kulturgüter im Kosovo zu schützen seien? (Ergebnisse der Arbeitsgruppen: AG-1, AG-2, AG-3 )

20.11.2008 bis 31.01.2009: Ausstellung "Momente der Freiheit"

17.06.2009 bis 19.06.2009: V. Gummersbacher Kolloquium: Kollektives und individuelles Wissen

03.07.2009 bis 05.07.2009: Fundraising

Schaufenster Stiftung
Zitate der Freiheit
Freiheitspreis 2008 für Mario Vargas Llosa
Die Frankfurter Paulskirche hat schon viele historische Zusammenkünfte erlebt. Die Verleihung des Freiheitspreises 2008 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an Mario Vargas Llosa war natürlich nicht die bedeutendste davon, aber eines zeichnete diesen Samstagmittag im November aus: Es war zu spüren, dass der Preisträger 1000 Freunde hatte im bis auf den letzten Platz besetzten Saal. Den ausführlichen Bericht samt Video finden Sie hier.